Was ist Hämoglobin?
Der wichtigste Bestandteil (ca. 35 %) der Erythrozyten ist der rote Blutfarbstoff Hämoglobin. Wir finden damit in diesen Zellen die höchste Eiweißkonzentration im menschlichen Organismus. Vereinfacht gesagt, setzt sich das Hämoglobinmolekül aus vier Eiweißketten mit je einer Hämgruppe zusammen. Diese Hämgruppe befindet sich oberflächlich in einer Nische des sehr komplexen Globinknäuels und enthält ein zweiwertiges Eisen-Ion (Fe++), das den Sauerstoff bzw. das Kohlendioxid lose binden kann. Somit ist es in der Lage, Sauerstoff in der Lunge aufzunehmen und in alle Organe und Gewebe des Körpers zu transportieren. Dort erfolgt der Austausch gegen Kohlendioxid, welches zurück in die Lunge getragen und dort ausgeatmet wird. Blut, dessen Hämoglobin mit Sauerstoff beladen ist, hat eine hellrote Farbe (arterielles Blut). Sauerstoffarmes Blut dagegen ist dunkel (venöses Blut). Bei der Blutspende wird das Blut aus einer Vene entnommen. Der gefüllte Blutbeutel ist daher tief dunkelrot. Der Normalwert des Hämoglobins liegt bei Frauen zwischen 7,6 und 9,4 mmol/l, und damit niedriger als bei Männern mit 8,2 bis 10, 6 mmol/l.
Warum ist Blutspenden so wichtig?
Der Bedarf an Spenderblut steigt ständig. So können heute Herz- und Gefäßerkrankungen geheilt werden, die früher als hoffnungslose Fälle galten. Ständig zunehmende Gelenkoperationen sowie Herz-, Nieren- und Knochenmarktransplantationen sind nur durch eine größere Zahl von Blutspenden möglich. Durch den Ausbau des Rettungswesens steigen die Chancen, bei einem Unfall zu überleben. Doch dies nur, wenn ständig genügend Blutkonserven zur Verfügung gestellt werden können. Für eine Operation unter Einsatz der Herz-Lungenmaschine werden z. B. vier oder mehr Blutkonserven benötigt. Auch das perfekteste medizinische Versorgungssystem ist bei schweren Verletzungen und lebensbedrohlichen Erkrankungen ohne Blut funktionsunfähig. Durch die Blutspenden beim DRK-Blutspendedienst Sachsen sorgen Sie dafür, dass sich die Lebenserwartung und Lebensqualität vieler Menschen erheblich erhöht. Auch Sie oder Ihre Angehörigen könnten eines Tages zu denjenigen gehören, die auf Blutkonserven angewiesen sind. Da es bis heute noch nicht gelungen ist, einen gleichwertigen Ersatz, eine Art künstliches Blut, zu schaffen, werden immer mehr Menschen als regelmäßige Blutspender benötigt. Trotz Sicherheitsreserven entstehen in den Spitzenzeiten wie am Jahresanfang oder in den Schulferien immer wieder gefährliche Engpässe. Deshalb sollte jeder, der noch kein Blut gespendet hat, nachdenken, ob er nicht auch bei nächster Gelegenheit Blut spenden könnte. Spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem man selbst Blutkonserven benötigt, wird deutlich, wie wichtig Blutspenden ist. Schließlich muss immer ausreichend Spenderblut vorhanden sein.
Wo werden Blut bzw. Blutpräparate eingesetzt?
19 % Krebserkrankungen
4 % Knochen- und Gelenkkrankheiten
4 % Komplikationen bei Geburten
16 % Herzerkrankungen
5 % Blutarmut
6 % Leber- und Nierenerkrankungen
12 % Verletzungen bei Unfällen
16 % Magen- und Darmkrankheiten
18 % Sonstige